{"id":26,"date":"2008-04-20T10:41:20","date_gmt":"2008-04-20T09:41:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zwei-meinungen.de\/?p=26"},"modified":"2008-04-20T10:41:20","modified_gmt":"2008-04-20T09:41:20","slug":"flamme-der-ernuchterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zwei-meinungen.de\/?p=26","title":{"rendered":"Flamme der Ern\u00fcchterung"},"content":{"rendered":"<p>Gr\u00f6\u00dfer, besser, einmalig. Wenn es um die Au\u00dfendarstellung geht versucht stets jeder neue Ma\u00dfst\u00e4be setzen zu k\u00f6nnen. In China ist es nicht anders. Und so wird der l\u00e4ngste Fackellauf aller Zeit zu einer 130.000 km langen Farce; einem Versteckspiel \u00e4hnlich dem legend\u00e4ren Brettspiel &#8222;Scotland Yard&#8220;. Ab und an taucht die Fackel mit dem olmpischen Feuer des friedliebenden Kr\u00e4ftemessens auf, nur um sofort wieder unterzutauchen &#8211; die H\u00e4scher k\u00f6nnen sich jedoch neu formieren und hoffen auf die n\u00e4chste Gelegenheit, den gro\u00dfen Fang zu machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend man zu Beginn des gesamten Fackellaufs noch Angst um dieses einmalige Symbol des politikfreien Aufeinandertreffens Gleichgesinnter haben musste, so haben die Veranstalter nun alles im Griff. \u00dcberf\u00e4lle sind praktisch ausgeschlossen, denn der Lauf findet nun am liebsten unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit statt. Nach Angaben der WELT Kompakt vom letzten Freitag sorgten in Neu Delhi rund 15.000 SIcherheitskr\u00e4fte auf einer drei Kilometer langen Strecke f\u00fcr das k\u00f6rperliche Wohlbefinden von Flamme, &#8222;ausgesuchter indischer Schulkinder&#8220; sowie Personen mit besonderer Einladung. Von einem solchen Personenandrang pro Kilometer &#8211; und das unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit &#8211; tr\u00e4umt so manche gro\u00dfe Marathonveranstaltung.<\/p>\n<p>Das Problem\u00a0sind dabei meiner Ansicht nach gar nicht die Proteste gegen China. Und\u00a0auch nicht\u00a0das Versteckspiel mit dem olympischen Feuer, \u00fcber das man sich im Idealfall nur lustig machen kann &#8211; zu traurig ist die Situation f\u00fcr sich betrachtet.<br \/>\nDas eigentliche Problem ist, die olympischen Spiele an ein Land zu vergeben, in dem Glauben es w\u00fcrde allein dadurch zu einem erw\u00fcnschten moralischen Verhalten gezwungen. Dem ist aber nicht so. China ist m\u00e4chtig genug, die olympischen Spiele zur Au\u00dfendarstellung ihres eigenen Systems zu benutzen. Es f\u00fchlt sich beileibe nicht unter Druck gesetzt, den in sie gesetzten Hoffnungen auf ein \u00d6ffnen oder Angleichen an westliche Vorstellungen gerecht werden zu m\u00fcssen.<br \/>\nUnd dies ist kein Einzelfall. Schlie\u00dflich wurden auch schon Friedensnobelpreise in dem Glauben vergeben, den Tr\u00e4ger dieser Auszeichnung so zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen &#8211; im Nachhinein ein schwerwiegender Fehler.<\/p>\n<p>China wird seine olypmischen Spiele stoisch durchziehen. Die eigene Bev\u00f6lkerung wurde durch die chinakritische Berichterstattung im Ausland ohnehin schon unter dem Banner Chinas vereint. Und wenn die Sportler anfangen f\u00fcr ihre jeweiligen Staaten Medaillen zu erk\u00e4mpfen, ist alle Kritik vergessen. Was z\u00e4hlt, ist auf&#8217;m Platz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00f6\u00dfer, besser, einmalig. Wenn es um die Au\u00dfendarstellung geht versucht stets jeder neue Ma\u00dfst\u00e4be setzen zu k\u00f6nnen. In China ist es nicht anders. Und so wird der l\u00e4ngste Fackellauf aller Zeit zu einer 130.000 km langen Farce; einem Versteckspiel \u00e4hnlich dem legend\u00e4ren Brettspiel &#8222;Scotland Yard&#8220;. 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